Templates eilt der Ruf voraus, cheap and cheerful zu sein und daher ideal für ein kleines Budget. Dies unterschreiben wir ohne Zweifel, möchten allerdings im Folgenden auf einige wichtige «Abers» und Abstriche hinweisen, die ein Template mit sich bringen kann.

Obwohl wir aus verschiedenen Gründen lieber «from scratch» arbeiten, so lehnen wir Website Themes nicht grundsätzlich ab. Wenn die Situation es erfordert, wird bereits im Erstgespräch auch über eine Template-basierte Lösung diskutiert – allerdings mit einem blinkenden Hinweisschild im Hintergrund.

Templates sind wie Billigflüge

Sie kennen das: Bei Billigflügen ist der Grundpreis zunächst erschwinglich. Will man jedoch mehr Gepäck, einen anderen Sitzplatz oder als Erster einsteigen, dann zahlt man für jedes Extra einen Preis. Irgendwann kommt der User an den Punkt, Angebote anderer Fluggesellschaften zu vergleichen, bei denen alles inklusive wäre.

Ob Template ja oder nein, erfordert eine breitere Entscheidungsgrundlage als lediglich die Budget-Frage. Bedürfnisse und Anforderungen an Design und Funktion der Webseite müssen genau definiert werden. Sind diese nicht klar definiert, kann es im Prozess zur Ernüchterung und zu Verzögerungen kommen.

Das Template bestimmt, was geht – und was nicht

Anmerkungen von Kundenseite wie «Können Sie den Footer nicht 4-spaltig machen» oder «Ich hätte gerne eine andere Übersicht der Blogbeiträge» sind bekannte Beispiele für die Diskrepanz zwischen Erwartungen des Kunden und Möglichkeiten des jeweiligen Templates.

Templates sind zwar Designvorlagen mit vielen, allerdings sehr spezifischen Möglichkeiten. Wer sich für diese Lösung entscheidet, muss seine Erwartungen und Anforderungen jenen Möglichkeiten unterordnen, sprich: Kompromisse eingehen. Will man diese nicht eingehen, so ist ein mit Mehrkosten verbundenes Coding im Template die einzige Lösung.

Nicht ganz unwichtig ist auch, dass bei zukünftigen Updates des Template-Lieferanten die personalisierten Anpassungen jedes Mal wieder abgeglichen werden müssen.

Content first and fitting

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen einen Bilderrahmen für ein Familienfoto. Sie werden einen auswählen, der zu Foto und Interieur gleichermassen passt, richtig? Übertragen heisst das: Bevor Sie sich für ein Template (Rahmen) entscheiden, sollten Sie zunächst evaluieren, was für Content (Familienfoto) Ihnen genau vorliegt.

Die Bereitstellung von passendem Inhalt ist nicht zu unterschätzen. Denn auch das schönste Theme kann nicht kaschieren, was nicht ins Design passt. Sonst landen wir wieder bei Cinderellas gläsernem Schuh und ihren schäbigen Schwestern. Will man es passend machen, so müssen auch hier wieder Zeit und Kosten (und Schmerzen) berücksichtigt werden.

Templates sind nicht nur Teufelszeug

Den Perfect Match gibt es. Wählt man mit Expertise und Know-how das richtige Template für den richtigen Zweck aus, kann es tatsächlich funken. Wichtig ist hierbei, dass Zweck und Inhalt klar definiert sind. Auch müssen die befristeten Möglichkeiten des Templates für die Kunden nachvollziehbar sein – und was allfällige «Kompromisse» zeitlich und finanziell bedeuten würden.

Wann ist ein Template sinnvoll und wann eine massgeschneiderte Lösungen

Template-basierte Webseiten sind ideal für Start-ups, die mit einem geringen Budget loslegen und in einem Jahr sowieso ihre Stossrichtung neu denken müssen. Auch der lokale Geigenbauer wird mit einer kostengünstigen Template-Lösung überaus glücklich werden, sollte dafür allerdings in qualitativ hochwertiges Bild- und Videomaterial investieren.

Unternehmen, die durch Bildsprache und Design herausstechen und ihre Webseite langfristig mit Service- oder Marketing-Tools verbinden und mehrdimensional verwenden wollen, sind besser beraten mit einer massgeschneiderten Lösung.

Beachten Sie auch, dass Sie die Webseite über ein Content Management System (CMS) höchstwahrscheinlich selbstständig verwalten werden müssen. Ist die Handhabung der Benutzeroberfläche, worüber die Inhalte eingepflegt und organisiert werden, zu komplex für einen Laien, so kann schnell einmal etwas «kaputtgehen». Und was kaputt ist, muss wieder repariert werden – selten gratis.